Negroni
Das ultimative Rezept & seine Geschichte
Der Negroni ist ein klassischer italienischer Aperitif aus Gin, Campari und rotem Wermut. Er wird direkt im Glas gebaut, mit Eis gekühlt und mit Orangenschale aromatisiert.
Geschmacklich ist der Negroni stark, bitter, süß und sehr aromatisch. Campari bringt die Bitterkeit, roter Wermut gibt Tiefe und Süße, Gin sorgt für Kraft und Kräuterfrische. Er passt perfekt vor dem Essen, zu eleganten Events und für Gäste, die klare, kräftige Drinks mögen.
Barkeeper talk
Aus Barkeeper-Sicht ist der Negroni ein Topdrink. Viele Barkeeper trinken ihn selbst gern, weil er simpel aussieht, aber geschmacklich sehr viel kann: bitter, süß, stark, trocken und aromatisch zugleich.
Trotzdem ist der Negroni ein Drink für Kenner. Er ist kräftig und bitter, also nicht unbedingt für Gäste, die etwas Leichtes oder Fruchtiges erwarten. Wer den Stil mag, findet im Negroni Sbagliato eine leichtere Alternative: Gin wird durch Prosecco ersetzt, der Drink bleibt bitter-süß, wirkt aber spritziger und zugänglicher.
Rezept
- 3 cl Campari
- 3 cl roter Wermut
- 3 cl Gin
- Orangenschale
- Eiswürfel
Ablauf
- Rocks-Glas mit einem großen Eiswürfel vorbereiten.
- Gin, Campari und roten Wermut in ein Rührglas geben.
- Das Rührglas mit Eis füllen.
- Ruhig und gleichmäßig rühren, bis der Drink kalt und leicht verdünnt ist.
- In das vorbereitete Glas abseihen.
- Orangenschale über dem Glas ausdrücken.
- Die Orangenschale ins Glas geben oder elegant am Rand platzieren.
- Direkt servieren.
Technik
Der Negroni ist ein gerührter Drink. Für den schnellen Barservice kann er direkt im Glas gebaut und dort kaltgerührt werden. Eleganter wirkt er aus dem Rührglas: Der Drink wird klarer präsentiert, kontrollierter verdünnt und sauber über frisches Eis ins Glas abgeseiht.
Die Orangenzeste ist kein Deko-Detail, sondern Teil des Drinks. Die ätherischen Öle bringen Frische über die Bitterkeit von Campari und verbinden Gin und Wermut aromatisch.
Schwierigkeit
Technisch ist der Negroni einfach. Schwierig ist nur die Balance im Geschmack: zu warm wirkt er hart, zu viel Verdünnung macht ihn flach, schlechter Wermut nimmt ihm Eleganz. Professionell wirkt er mit großem Eis, sauberem Rühren und einer frischen Orangenzeste.
Die Geschichte des Negroni
Negroni Ursprung
Der Negroni entstand vermutlich um 1919 in Florenz. Die bekannteste Geschichte führt ins Caffè Casoni an der Via de’ Tornabuoni: Graf Camillo Negroni soll Barkeeper Fosco Scarselli gebeten haben, seinen Americano stärker zu machen – mit Gin statt Soda.
Erste Erwähnung des Negroni
Eine ganz klare erste schriftliche Erwähnung lässt sich nicht sicher festlegen. Sicher ist aber: Der Drink entwickelte sich aus dem Americano, also Campari, rotem Wermut und Soda. Der entscheidende Schritt war der Austausch von Soda gegen Gin – dadurch wurde aus einem leichten Aperitif ein kräftiger Cocktail.
Wie wurde der Negroni bekannt?
Bekannt wurde der Negroni zuerst über die Aperitif-Kultur in Italien und später über internationale Bars. Einen wichtigen Status bekam er 1961, als er auf der ursprünglichen Liste der International Bartenders Association erschien. Später machten Gin-Trend, Bitter-Aperitifs und Negroni Week den Drink weltweit noch populärer.
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